Ethik oder Moral
Ethik und Politik
Ethische Ökonomie
Ethik und Machtgier
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Ethisches Verhalten 4: 

Ethik und Machtgier

oder wie man eine ethische Ökonomie verhindert 

Inhalt

 

Vorweg - Markt, Marx und Macht (EÖ 4.1) - Der Geldfluss in einer Richtung führte zur Finanzkrise (EÖ 4.2) - Die Finanzkrise ist ein Glück für die Umwelt (EÖ 4.3) - Ethik statt Gier (EÖ 4.4) - Zum Schluss: Die Verantwortungsgesellschaft (EÖ 4.5) Zuletzt: Lao Tse.

 

 

Vorweg: Der (Wochen)markt mit vielen Anbietern von Fisch und Fleisch, Obst, Gemüse und vielem mehr aus der Region, ist fast überall in der Welt beliebt. Der Markt versorgt sehr häufig die umliegende Bevölkerung mit dem üblicherweise Lebensnotwendigen - zumindest in der Marktwirtschaft - nach Angebot und Nachfrage. 

In einer sozialisten Planwirtschaft ist das Angebot der wenigen nicht in Staatshand befindlichen Kleinbetriebe erheblich knapper - und in einer kommunistischen Planwirtschaft gleich Null. Es gibt nur von oben Geplantes, wie früher in Maos China, als dann Millionen verhungerten oder heute noch in Nordkorea. Marx würde heute wohl sagen: "Es geht nicht, ich habe mich in vielem geirrt!"

Alle Wirtschaften wollen den Markt der Nachfrage bedienen, doch leider gelingt dies nur der Marktwirtschaft. Der von einigen gewünschte Sozialismus oder Kommunismus, überhaupt jede Planwirtschaft,  ist somit eine nicht funktionierende Marktwirtschaft. Der Markt, und damit auch der Arbeiter, kann nicht ausreichend bedient werden. Zusätzlich kann der Anbieter, wegen fehlender Gewaltenteilung, nicht überwacht werden. Die unglaubliche Umweltverschmutzung in sozialistischen und kommunistischen Ländern zeigte dies.

 

Viele Faktoren, die zur heutigen Finanzkrise geführt haben, sind bei einer Staatswirtschaft nicht vorhanden. Sie ist trotzdem kein Krisenausweg, sondern permanente Krise durch Unter- oder Falschproduktion. 

(Hans-J. Kiene in www.nachhaltige-Ökonomie.de : Es muss auch ohne Wirtschaftswachstum gehen) 

 

Markt, Marx und Macht (EÖ 4.1)

"Das Prinzip Gier" zierte die Tielseite von DER SPIEGEL Nr. 20 im Jahre 2009. Die Möglichkeit einer ethischen Ökonomie des Bernhard Edmunds (siehe ethische Ökonomie) wurde im Titelbericht dann weitgehend zu Gunsten einiger Formen menschlicher Gier geopfert. Das ist sicher spannender und kommt besonders vor Wahlen gut an.

Zu Beginn wurden dann auf einer Gesamtseite Werftarbeiter in Rostok-Warnemünde mit Helm und Overall gezeigt und auf der Gegenseite Dinnergäste im dunklen Anzug im Schlosshotel Kronberg bei Frankfurt bei einer Geschäftszusammenkunft. Nicht geschrieben wurde, dass die Werftarbeiter zum Dinner auch nicht im Overall kommen würden, die beruflich anwesenden Dinnergäste oft froh wären, zu Hause ihre Freizeitkleidung anziehen zu dürfen, und vielleicht hat der eine oder andere Dinnergast auch einmal im Overall angefangen. Oben und unten ist oft dicht beienander, wie die Verluste von Grußunternehmern und Milliardären in der Finanzkrise immer wieder zeigen und zeigten. 

Das Prinzip Gier wurde dann von der Marxistin und dafür wohl auch gewählten Linke-Europaabgeordneten Sahra Wagenknecht aus ihrer Sicht erläutert. Eine Sicht, der zumindest das Prinzip Gier bei ihr zum Erfolg von rund 100.000 €/Jahr Abgeordneten-Diäten verhalf. Dies mit einer Lehre, die Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Die Millionen bespitzelte, in Arbeitslager und Gefängnisse brachte, zum Untergang des Sozialismus und nur deswegen zur "Deutschen Einheit" führte.

Unter www.soziales-deutschland.euDeutsche Zukunft heißt es unter anderem:

Dazu vereinfachend 5 Fehler von Marx:

Der 1.  Fehler des Karl Marx: Er berücksichtigte nicht die individuelle Erfindung und Innovation, die den Massen nicht möglich ist.  Der 2. Fehler des Karl Marx: Kapital entsteht aus Wertschöpfung, die (Beispiel Internet oder Erfindung), auch ohne Beschäftigte möglich ist. Der 3. Fehler des Karl Marx: Er berücksichtigte nicht die Haftung des Unternehmers für Warengüte und Verluste. Er sah nur einseitig dessen Gewinne. Der 4. Fehler des Karl Marx. Bei sozialistischer Planwirtschaft fehlt die schnelle Anpassung an Gegebenheiten, wie die Nachfrage und deren Befriedung oder an die Witterung in der Landwirtschaft. Der 5. Fehler des Karl Marx: Eine Diktatur der Produktivkräfte verhindert deren Überwachung, beispielsweise auf Einhaltung von Umweltverschmutzung, durch fehlende Gewaltenteilung.

Wie teuer und vernichtend diese Staatsbürokratie wirken kann, zeigte besonders gut der Untergang des Sozialismus: Die Menschen mussten und müssen dort teilweise verhungern, wenn sie keine Nahrungsmittel von den bösen Kapitalisten, wie jetzt häufig noch Nord- von Südkorea, erhalten. Darum muss und musste die letzte Freiheit der Meinung gnadenlos verfolgt werden und darum erfolgten die Revolutionen der Völker  nicht gegen die unterdrückenden Unternehmer, sondern gegen den unterdrückenden Sozialismus – beispielsweise vom 16. – 21. Juni 1953 in der DDR, ausgehend von den Bauarbeitern der Stalinallee oder vom 23. Oktober bis 4. November 1956 in Ungarn. Beide „Konterrevolutionen“ wurden damals von der Roten Armee gewaltsam beendet. In Ungarn forderte dies tausende Tote. Vom 13. - 23. 8. 1961 wurde dann die Berliner Mauer mit dem Todesstreifen errichtet, um Republikflüchtlinge auch mit zusätzlicher Waffengewalt aufhalten zu können. Honnecker übernahm dafür später die Verantwortung und bat bei der evangelischen Kirche um Asyl. Siehe hierzu am Anfang "Ethik oder Moral".

Die Ideen von Marx konnten zeitweise die Macht erlangen, aber den Markt nicht annähernd bedienen. Nur sich selbst konnten und können die Marxisten bedienen, wenn sie an der Macht waren oder sind. Im Osten hatten sie dazu besondere Läden. Heute werden sie, wie beispielsweise Frau Wagenknecht, im 1. Klasse-Wagen des Intercityexpress durch den SPIEGEL (siehe oben) interviewed und und vom Kellner bedient.

Die Verwirklichung nur einiger Marx-Ideen führte zur Landschaften, die Monika Maron früher in ihrem Roman "Flugasche" über das als dreckigste Stadt Europas bekannte Bitterfeld beschrieb. Ihr neues Buch "Bitterfelder Bogen" zeigt, dass sich durch die Planwirtschaft keine "blühenden Landschaften" herstellen lassen, sondern nur durch die Marktwirtschaft. In Bitterfeld sah man wieder den Himmel, es wurde von dem Mut Einzelner berichtet, die dort in wenigen Jahren das Weltunternehmen Q-Cells - eine www.solarworld.de - aufgebaut hatten.

Nach der Wende wurde der heutige IG-Metall-Chef Berthold Huber von seinem damaligen Chef Steinkühler nach Leipzig geschickt, um dort die IG-Metall neu aufzubauen. Er beschrieb später (in DER SPIEGEL 30/09) seine dort eintretende Wandlung vom linken Radikalen zum liberalen Reformer: "...Im Osten habe ich gesehen, wie der real existierende Sozialismus die Menschen entmündigt hat, wie Ideologen funktionierende Strukturen zerstören können." 

Der Redakteur Matthias Gretschel lebte zur DDR-Zeit in Dresden, in einer Zeit, die Uwe Tellkamp in seinem Roman "Der Turm" (Suhrkamp) beschrieb. Gretschel beschäftigte sich am 29. 6. 09 (in HA) mit der Frage, warum heute nach Emnid-Umfrage 57 % der Ostdeutschen angeben, dass der SED-Staat mehr positive als negative Seiten gehabt hätte (siehe dazu auch www.soziales-deutschland.de Deutsche-Einheit). Er meinte: "Die nachträgliche 'Verschönerung' des zu seiner Zeit in Wahrheit ungeliebten SED-Staates ist wohl auch die Folge der völlig unsinnigen Diskussion um dessen eigentlichen Charakter. Politiker wie Gesine Schwan (SPD) lehnen den Begriff Unrechtsstaat mit der Begründung ab, dass damit zwangsläufig 'Wertungen für die Lebenswirklichkeit der Menschen' verbunden seien. Selbstverständlich (so schrieb Gretschel) war die DDR ein Unrechtsstaat, denn es gab weder Rechtsstaatlichkeit noch Gewaltenteilung, sondern die Willkür einer politischen Kaste."

Wer Macht durch Marx will, der kommt, allein schon wegen der dann fehlenden Gewaltenteilung, zwangsläufig zum Unrechtsstaat.

 

Der Geldfluss in einer Richtung führte zur Finanzkrise (EÖ 4.2)

Verbleiben wir bei der Suche nach Ethik oder Gier beim "Prinzip Gier". Es beschäftigt immer wieder Psychologen, Theologen und Ökonomen - mit wechselseitig falschen Erkenntnissen: Neben der Frau Wagenknecht wird im SPIEGEL-Bericht der Erkenntnisgewinn aus der Weltwirtschaftskrise 1929 des berühmten britischen Ökonomen Keynes zitiert mit: "Der Kapitalismus basiert auf der merkwürdigen Überzeugung, dass widerwärtige Menschen aus widerwärtigen Motiven irgendwie für das allgemeine Wohl sorgen werden." Und so ungefähr, wird weiter berichtet, hört man es auch "nicht nur von den 1. Mai Demonstranten, sondern auch von Meinungsführern der Gesellschaft, von Staatsmännern, Bankern, Managern und Wirtschaftsexperten, die in ihrem Glauben an die Marktwirtschaft erschüttert sind."

John Maynard Kaynes hat den Inhalt des Zitates seinerzeit wahrscheinlich eher unernst genommen, gerade deshalb, weil er viele Ursachen und Ergebnisse menschlicher Fehlhandlungen vorher erkannt und beschrieben hat.

So leitete er die Delegation des britischen Schatzamtes bei der Friedenskonferenz von Versailles. Er schied aber 1919 wieder aus, weil er die alliierten Reparationsforderungen für nicht vertretbar hielt. 1920 schrieb er darüber (The economic consequences of the peace) und forderte 1922 eine Revision der Verträge (A revision of the treaty). Die Verträge bewirkten eine erhebliche Kapitaleinfuhr aus Deutschland in die USA und andere Siegerländer, die dort das natürliche Gleichgewicht in der Wirtschaft störte. Dies wurde später durch eine ungewöhnlich schwere Agrarkrise verstärkt, die einige Staaten mit Autarkiebestrebungen, Lohnmanipulationen, Devisenbewirtschaftung und Subventionen beantworteten.

Während man zunächst noch vom dauernden Wirtschaftwachstum träumte, die Wirtschaft ankurbelte, Autos und Maschinen baute, die teilweise auch Arbeitskräfte einsparten, merkten auch damals alle Meinungsführer der Gesellschaft, wie Staatsmänner, Banker, Manager und Wirtschaftsexperten, erst sehr spät und ganz plötzlich, dass der Markt gesättigt war, dass das Maschinenzeitalter begonnen hatte. Die Nachfrage sank erheblich, Personal musste entlassen werden. Plötzlich schrieb es die Presse, viele wollten ihre jetzt schlechten Aktien loswerden, die Kurse sanken schlagartig. Mit dem größten Kurssturz an der New Yorker Börse am 24. 10. 1929 war die 1. große Weltwirtschaftskrise geboren. Diese und weitere Ursachen werden auch unter www.nachhaltige-ökonomie.de : "Die Krisenursachen" sowie "Die nächste Krise?" beschrieben.

Kaynes hatte es vorausgesagt: Der große Geldfluss in nur einer Richtung brachte ein Ungleichgewicht, das aber nicht nur zur Wirtschaftskrise, sondern nachfolgend auch zur politischen Radikalisierung führte.

In Deutschland führte dies 1933 zur Wahl eines neuen "Führers", der den Weg aus der Krise nach dem Altmotto: "Haltet den Dieb!" aufzeigte. Die "Diebe waren die "Juden" und als Helfer boten sich meistens Wissenschaftler an, die dann, genau wie oft heute, klüger als Gott waren. Sie empfahlen eine fehlerhafte Rassenlehre als Alibi für Unter- und Übermenschen. Die Ersteren beseitigte dann die Waffen-SS. Und die Ökologie tauchte zusätzlich als "Volk ohne Raum" auf. Ein Alibi um über Polen in Russland einzumaschieren, wo ja auch "Untermenschen" wohnten. Das durch die neue Führung z. T. auch privat erbeutete Geld wurde in die Schweiz gebracht. Die Ideen von Hitler konnten zeitweise die Macht erlangen. Sie führten, genau wie die Ideen von Marx, in den Untergang.

Und schon wieder sind Rechts und Links dabei, genau wie nach dem 1. Weltkrieg, bei Marktanpassungen und Wirtschaftsveränderungen für den nächsten Untergang zu trommeln. Unter www.nachhaltige-ökonomie.de - und dort unter Krisenursachen, ist auch eine Hauptursache der heitigen Finanzkrise zu sehen: Der Kapitalfluss aus den USA in nur einer Richtung nach Ostasien, insbesondere nach China mit den dortigen Hungerlöhnen aus den Zeiten des Kommunismus, brachte ein Ungleichgewicht, das nicht nur zur Finanzkrise führte, sondern vielleicht auch ein politische Radikalisierung folgen lässt. Linke und rechte Parteien sehen dann ihre Zeit gekommen - genau wie bei der Wirtschaftskrise 1929. Und genau wie damals bekriegen sich beide Außen-Parteien mit Worten und Gewalt.

Linke, wie Frau Wagenknecht, versuchen, genau wie nach der 1. Weltwirtschaftskrise die Rechten, ihre Gier zur Machtergreifung mit ihren Argumenten und ihrer Ethik zu untermauern. Die sind für Einzelaspekte der Volkswirtin auch meistens logisch. Es sind aber viele Krisenursachen im Zusammenhang zu sehen. Und einen Hauptschuldigen, nämlich den unsozialen Sozialismus und Kommunismus des Marx, der zum unsozialen Staatskapitalismus Chinas und dem US-Geldfluss dorthin führte, übersieht Frau Wagenknecht dabei. 

Sicher hatte Frau Wagenknecht beim Negativ-Sparverhalten der Amerikaner  recht. Dies hat sich aber kurzfristig gewandelt. Die US-Bürger sparen, sehr zum Nachteil des deutschen Exportüberschusses vor früher 25 Mrd. in die USA. Jetzt werden dort weniger BMW und Mercedes gekauft. Auch bei Ihren Angaben zur Weltproduktion im Vergleich zum Finanzvermögen hatte Frau Wagenknecht zur Interviewzeit noch recht. Das Finanzvermögen ist aber jetzt so dezimiert, dass viele Milliardäre, selbst in den Golfstaaten, arm geworden sind. Das Rest-Überschussfinanzvermögen sammelt vor allem in China an, weil dort die PC oder deren Drucker eben mit geringeren Arbeitskosten als in den USA hergestellt werden und die Amerikaner deshalb keine Arbeit mehr hatten. 

China kauft mit seinen 2 Billionen Guthaben teilweise die Welt auf, in Deutschland schon Waldflächen und in Afrika, Australien, Norwegen und jetzt auch in Südamerka das Öl. Dafür kümmert sich der Westen, die alte christliche Welt, dann finanziell um Darfur, dafür tobt dort die Menschen- und Christenverfolgung mit dem Segen Chinas.

Wenn der Geldfluss in nur einer Richtung zur 1929er und der jetzigen Wirtschaftskrise führte, dann sollten alle Sozialismus- und Verschuldungsfreunde nicht vergessen, dass allein der Geldfluss von Westdeutschland in das Gebiet der ehemaligen DDR den heutigen deutschen Gesamtschulden entspricht (siehe www.soziales-deutschland.eu: Deutsche Einheit). Wie sagte der rechtzeitig zurückgetretene Ex-SH-Wirtschaftsminister Dr. Werner Marnette: "Politiker können nicht rechnen". Vielleicht hätte er sagen sollen: "Politiker wollen nicht rechnen können". 

Siehe dazu auch www.deutschland-übersicht.de - Deutsche Zukunft. Zum Geldfluss siehe sodann auch www.nachhaltige-ökonomie.de : Die Krisenursachen.

 

Die Finanzkrise ist ein Glück für die Umwelt (EÖ 4.3)

Das Wichtigste wird bei der Finanzkrisen-Ursachenforschung außer Acht gelassen:

Die Finanzkrise zeigt die Wirksamkeit einer sozialen Marktwirtschaft, die außerdem nachhaltig und ethisch (im christlichen oder ähnlichen Sinn) sein muss. 

Die Finanzkrise zeigt: So geht es nicht mehr weiter! Haltet inne, die Welt unbewohnbar zu machen, haltet inne, dazu immer größere Autos, Schiffe, Gebäude etc. zu bauen, die Wälder abzuholzen, die Meere zu verschmutzen und leer zu fischen, das Klima zu erwärmen, haltet inne, aus Geldgier anderen durch leere Versprechungen Geld abzunehmen, gleichgütig ob durch Finanzakrobaten oder andere Gewinnspiele.

Dies gilt aber auch für Politiker, die Wahlkämpfe mit Versprechungen oder wenig durchdachten Angeboten machen. Sie müssen vieles bedenken, und selbst die Fachleute können ihnen dabei oft, wie bei der Wirtschaftskrise, wenig helfen. Ein Aufbruch in ethisches Verhalten ist auch bei Ihnen gefordert und wird vom Wähler verlangt. Der Vorteil einer Demokratie gegenüber einer "Diktatur des Proletariats" oder eines großen Führers, gleichgültig ob von links oder rechts.

Doch die Bevölkerung war klüger als angenommen. Sie hielt inne und will auch weiter innehalten: Sie kauft plötzlich weniger und kleinere Autos, fährt stattdessen mehr Rad und Bahn, kauft Produkte aus der Umgebung und nicht mehr jeden Unsinn aus China, fährt im Urlaub nicht mehr um die halbe Welt, sondern bleibt in der Nähe, investiert in alternative Energien ohne Kohlendioxydbelastung, dämmt seine Häuser und so fort. Damit hatten die Finanzexperten nicht gerechnet.

Allerdings hat das Innehalten nach der 2008-er Greendex-Studie der US National Geographic Society zum Konsumverhalten in Deutschland nicht seinen Hauptgrund in ökologischen Sorgen: Über die in 17 Ländern durchgeführte Studie berichtet Markus Becker  am 13. 5. 09 auf Nachrichten-t-online.de: Bei den Deutschen gaben nur 43 % an, wegen der aktuellen ökologischen Probleme beunruhigt zu sein. Das sind 12 Punkte unter dem internationalen Durchschnitt. Nur 14 % der (jeweils 1000) Befragten fühlten sich für Umweltprbleme verantwortlich, während es im Schnitt aller 17 Länder 31 % waren.

Positiv machten sich im Umweltbewustsein schon die Vorläufer der globalen Wirtschaftskrise bemerkbar: 80 % der Befragten, die den privaten Energieverbrauch gedrosselt hatten, taten dies aus Kostengründen. Dies galt auch für den Spritverbrauch. Der National-Geographic-Manager Terry Garcia sagte dazu: "Es ist interessant, dass die wirtschaftlichen Umbrüche einen Hoffnungsschimmer für die Umwelt darzustellen scheinen. Aber werden die positiven Verhaltensänderungen überleben, wenn sich die Wirtschaft erholt?" 

Ganz nebenbei landete Deutschland nur auf einem der hinteren Plätze in diesem Umwelt-Ranking. Es hätte besser ausgesehen, wenn die Deutschen nicht "eine geradezu exzessive Liebe zum Trinkwasser in Flaschen" hätten. Dazu wird in dem Bericht auf die Untersuchungen der Frankfurter Uni im März 2009 und der Stiftung Warentest im Sommer 2008 mit nicht positiven Ergebnissen hingewiesen. Zusätzlich heißt es, dass Experten in Deutschland immer wieder, wenn auch vergebens, betonen, dass Leitungswasser zu den am strengsten kontrollierten Nahrungsmitteln gehört und härtere Vorschriften erfüllen muss als Leitungswasser. 1 Liter Flaschenwasser verbraucht nach dem Bericht rund 0,3 Ltr. Erdöl und 1 Ltr. Leitungswasser 0,3 Milli-Liter oder nur 0,00003 Liter.  - Es bleibt also noch viel zu tun.

Das Problem des Umbaus in eine nachhaltige Ökonomie und eine Bewustseinsänderung zu mehr Ökologie (siehe www.ökologisches-handeln.de ) liegt vor allem bei dem Verlust alter Arbeitsplätze und dem dort investierten Vermögen. Eine Autoproduktionshalle mit nicht abgeschriebenen Maschinen und ohne Produktion ist schlecht für dort vielleicht investierte Pensionsfonds oder andere Anlagen. Bei Zulieferern (z. B. Schaeffler), Schiffswerften, Maschinenbauern, Banken etc. ist es ähnlich. Das ist manchmal so schlecht (bad), dass die Regierung im Mai 2009 beschloss, Bad Banks für die zur Zeit fast gewinn-aussichtslosen Anlagen zu errichten.

Reiche wie Rentner oder früher Selbstständige, alle sind ärmer geworden. Alle müssen immer mehr rechnen. Alle müssen eine nachhaltige Volkswirtschaft (www.nachhaltige-Ökonomie.de ) errichten. Viele Schritte wurden in dieser Richtung bereits unternommen, die allerdings bei weitem noch nicht ausreichend sind, denn Arbeit ist für alle da.

    

Ethik statt Gier (EÖ 4.4) 

Ein Umdenken setzt sich in der Bevölkerung und damit in unserer Demokratie überall durch. Rund 20 Millionen Deutsche helfen bereits anderen ehrenamtlich. Aus New York berichtete Jordan Mejias (in FAZ 20. 5. 09), dass "sich karikative Organisationen ...auf einmal vor einem Ansturm von freiwilligen Helfern kaum retten" können. Theologische Hochschulen verzeichnen einen starken Zulauf. "Gründlich diskreditiert ist jedenfalls schon der extravagante Prestigekonsum." Sodann berichtete er u. a. aus der Zeitschrift Foreign Polcy: Dort glaubte man, dass von den Zukunftsdeutern vielleicht doch von Karl Marx nichts zu lernen sei - und meinte zuletzt, dass Joseph Schumpeter mit seiner Theorie der schöpferischen Zerstörung den Weg in die Zukunft weisen würde.

Um mit Schumpeter fortzufahren: Der entwickelte eine Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung und unterschied zwischen Statik und Dynamik.

Das zukünftige Problem: Rohstoffe und Umwelt entwickeln sich dynamisch rückwärts. Die Wirtschaft kann dies nur durch eine nachhaltige Dynamik, eine nachhaltige Ökonomie ausgleichen.

Eine nachhaltige Ökonomie verlangt auch, dass wir uns den Vorrang der Ethik gegenüber der Gier bewusst machen und leben. Das "Pinguin-Prinzip" aus www.nachhaltige-ökonomie.de erfordert gemeinsame Anstrengungen, um gemeinsam überleben zu können. Dabei müssen alle Berufsgruppen und Politiker mitwirken.

Wegen der schon genannten Politkerin Wagenknecht soll hier bei den Politikern angefangen werden: Als der Bundestag am 29. 5. 09 grünes Licht für eine Schuldenbegrenzung ab 2020 im Grundgesetz gab, beklagte der Bundesfinanzminister, dass auch in Jahren reicher Steuereinnahmen nicht gespart wurde (siehe auch Finanzkrisen-Lexikon: Schulden). Derzeit liegt der Schuldenberg von Bund und Ländern bei 1600 Milliarden = 1,6 Billionen, mit steigender Tendenz. Über 43 Mrd. werden jährlich nur an Zinsen ausgegeben.

Der frühere evangelische Bischof Huber sagte dazu im Pfingsinterview 09 zu Karsten Kammholz und Christoph Rind (HA) u. a.: "Eine Schuldenbremse allein reicht nicht. Denn sie bezieht sich ja nur auf das Maß der Neuverschuldung. - Die politisch Verantwortlichen müssen klar sagen, welche Auswirkungen die Schulden auf unsere Enkel haben. Es darf doch nicht dahin kommen, dass öffentliche Haushalte in 25 Jahren vollständig durch Schuldendienst einerseits und Pensionsbelastungen andererseits aufgebraucht werden. Es wird Zeit, offen und ehrlich darüber zu reden und ein Umdenken einzuleiten."

Staatliche Hilfen für Kurzarbeit, mehr Arbeitslose und über 1.100 weitere kleiner Bürgschafts-Hilfsanträge, unabhängig von den großen, sind noch keine Umkehr beim Schuldendienst. Darum ist Ethisches Verhalten der Politiker zur Bewältigung der großen Zukunftsaufgaben besonders wichtig.

Beispielsweise könnten Gelder zur umweltschädigenden Autoherstellung oder für Warenhäuser, die beheizt werden müssen, obwohl kaum noch Käufer kommen, für nachhaltige Investitionen oder zum Schuldenabbbau zu Gunsten der Kinder ausgegeben werden. Umweltschädliche und unnütze Geldausgaben sind im höchsten Grade unsozial. 

Die richtigen Wege zu finden ist aber schwierig. In www.nachhaltige-ökonomie.de  wird dies versucht. Grundlage ist auch das bedrückende Ergebnis von www.ökologisches-handeln.de . 

In DER SPIEGEL 24/2009 hieß es zum Thema Umwelt (und zur Ethik dazu) u. a. "Der Kanzlerkandidat (Steinmeier), für den der Klimaschutz keine besondere Priorität hat, sah die Interessen der vier deutschen Stromriesen verletzt. Er schmetterte Gabriels Vorstoß ab." Gabriel wollte nur, dass neue Kohlekraftwerke ab 2020 ihre Kohlendioxydemissionen nicht mehr in die Luft entsorgen sollten - und zusätzlichab 2020 schärfere Reduktionsziele für CO2. - In Wirklichkeit haben wir diese Zeit überhaupt nicht mehr.

Eine schwierige Zukunft verlangt nach Ethik statt Gier. Die Wähler werden dies zu beachten wissen, damit ihre Enkel noch leben können.

Etik statt Gier gilt entsprechend für alle Privatpersonen, Aufsichtsräte, Firmen, Freischaffende und deren Beschäftigte. Fehlende Ethik war auch ein Mitgrund der Finanzkrise. Vor allem aber fehlender Durch- und Überblick und die Beachtung der Ökologie.

Die Finanzkrise ist eine Möglichkeit, unser Handeln auf Nachhaltigkeit umzustellen, andernfalls haben weder wir noch die Kinder zukünftig Lebensraum.                                                                                             

Wie in einem Orchester müssen wir alle, ob jung oder alt, wie auf diesem Foto (in www.deutschland-übersicht.de ), zusammenspielen, um eine nachhaltige Ökonomie zu erarbeiten (www.nachhaltige-ökonomie.de) .

„Wir können es schaffen, wenn wir wollen. Wir können es uns nicht erlauben, es nicht zu wollen.“

(Bundespräsident Horst Köhler 2005)

 

Zum Schluss: Die Verantwortungsgesellschaft (EÖ 4.5)

Im Portal www.soziales-deutschland.eu beginnt der Abschnitt "sozial + gerecht" mit der Überschrift eines Buches des US-Präsidenten Obama (vor seiner Wahl 2006 geschrieben): Die Dreistigkeit der Hoffnung (Audacity of Hope), eines Präsidenten, der verantwortlich versöhnen und handeln will.

Weiter heißt es dort: Tatsächlich erschien es vielen verantwortungsvollen Bürgern -dort wie hier - dreist, hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken. Zunehmend sinkende Löhne, hohe Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit, Verwahrlosung und ein immer schneller werdender Klimawandel mit allergrößten Umweltproblemen.

Am Donnerstag, dem 4. Juni 2009 traf dieser Präsident um 20.50 Uhr aus Kairo kommend mit Air Force One auf dem Flughafen in Dresden ein und übernachtete im Hotel Taschenbergpalais gegenüber dem "Grünen Gewölbe" und nahe der Frauenkirche. Nach der Begrüßung am nächsten Morgen des 5. Juni 2009 um 8.57 Uhr durch Bundeskanzlerin Merkel, dem Gipfel-Treffen um 9,13 Uhr im Broncezimmer des Grünen Gewölbes und der Pressekonferenz um 10,31 Uhr, folgte um 11.20 Uhr der Besuch der wahrlich geschichtsträchtigen Dresdner Frauenkirche (siehe hierzu auch im Portal www.soziales-deutschland.eu im Abschnitt "Glaube + Bildung": Bildung kommt von Formen). Ab 1726 wurde diese barocke Hallenkirche erbaut und 1945 im Feuersturm aus- und abgebrannt. In der wichtigen Krypta konnten viele Menschen den Feuersturm überleben. In Verantwortung für die Zukunft und im Gedenken an die Vergangenheit wurde diese Kirche durch eine beispiellose Spendenaktion von 1993 bis 2004 wieder errichtet.

Eingeleitet wurde die fast unglaubliche Spendenbereitschaft durch den Musikprofessor Ludwig Güttler mit einer Gruppe von 14 Personen durch den "Ruf aus Dresden": Fördervereine in Deutschland, Großbritannien, den USA, Frankreich und der Schweiz brachten die Kosten von 132 Mio. € zusammen. Dazu gehörten auch die "Friends of Dresden" mit dem Nobelpreisträger Professor Günter Blobel als Präsidenten, der einen großen Teil seines Preisgeldes stiftete, und den Schirmherren Henry Kissinger und David Rockfeller. Zusätzlich stiftete der britische Förderverein "Dresden Trust", vertreten durch den Herzog von Kent und den Bischof von Coventry, die 6 Meter hohe vergoldete Kuppel mit dem Kreuz und der Weltkugel. Das Kreuz war zuvor in einer offiziellen Zeremonie von der Königin nach Dresden verabschiedet worden.

Beim Kirchenrundgang ab 11.20 Uhr erklärte der evangelische Landesbischof Jochen Bohl der Bundskanzlerin und dem Präsidenten Architektur und Geschichte der Kirche. Um 11.26 bestaunten sie das in den Trümmern unversehrt wiederentdeckte alte Turmkreuz. Um 11.33 beteten sie dann zusammen kurz am Altar (in Deutsch und Englisch). Dabei sei daran erinnert, dass Obama bei seiner Amtseinführung das "Vaterunser" betete. Um 11.40 Uhr war die Besichtigung abgeschlossen und Obama flog mit dem Hubschrauber zum KZ-Buchenwald (N 24, Bild 6. 6. 09).

Eine Geschichte der Hoffnung mit dem Rückblick auf  rechte Ideologieergebnisse des "3. Reiches" und des 2. Weltkrieges. Linke Ideologieergebnisse waren ähnlich: So ließ Stalin beispielsweise rund 8 Millionen selbstständige Bauern in der Ukraine verhungern, um die Landwirtschaft in Gemeineigentum zu überführen. Mao hatte bei ähnlichen Verwirklichungen rund 40 Millionen auf dem Gewissen. 

Hoffnung ist durch eine Spaßgesellschaft oder Ideologiegesellschaft nicht zu erreichen. Hoffnung auf die Lösung vieler Probleme, vor allem der überlebenswichtigen im Umweltbereich. Zur Problemlösung brauchen wir stattdessen die Verantwortungsgesellschaft.

Vielleicht können die vorangegangenen Überlegungen zur Ethik, zu "ökologischem Handeln" (siehe Portal) und so fort, und vielleicht kann auch die nachhaltige Ökonomie dazu beitragen (siehe www.nachhaltige-ökonomie.de ). 

 

Zuletzt eine Weisheit:

"Auf der ganzen Welt gibt es nichts Weicheres und Schwächeres 

als das Wasser. Und doch, in der Art, wie es dem Harten zusetzt,

kommt nichts ihm gleich. Es kann durch nichts verändert werden. 

Das Schwaches das Harte besiegt und Weiches das Harte besiegt,

weiß Jedermann auf Erden,

aber Niemand vermag danach zu handeln"

Lao Tse.  

(Ki)

 

Handgeschriebene Weisheiten (in Büchern)

 oder Neues über den Komponisten Brahms: Siehe www.dialog-verlag.info

Ohne Ethik im Zusammenleben gibt es kein Zusammenleben